Altkleider für Afrika – Fluch oder Segen?

Tansania. Dar es Salaam. In einem der größten Häfen Ostafrikas kommen die riesigen Plastikballen in regelmäßigen Abständen an. Von dort werden sie in alle Ecken des Landes verteilt und auf lokalen Märkten verkauft.
In den Ballen, „Mitumba“ genannt, befindet sich nichts anderes als Massen von Altkleidern aus Europa und Nordamerika. Allein aus Deutschland kommen jährlich rund 60.000 Tonnen an alten Klamotten nach Tansania.

Als 1980 die ersten Ladungen Mitumba in Ostafrika eintrafen, taten sie der Bevölkerung gut. Die billige Kleidung war von Vielen lang ersehnt. Nach und nach wurde die lokale Textilindustrie dadurch allerdings immer weiter geschwächt. In Tansania werden Kitenge und Kanga produziert, beides traditionelle Stoffe, aus denen sich Kleider, Hosen, Shirts oder Anzüge schneidern lassen. Viele dieser Produzenten konnten dem enormen Preisdruck durch Mitumba jedoch nicht standhalten. Die tansanische Textilbranche musste gewaltige Verluste hinnehmen. Mehr als 80.000 Menschen verloren ihren Job, sodass nun nur noch 20.000 Menschen in der Branche tätig sind.

Für die ostafrikanische Wirtschaft sind Altkleider also ein großes Problem, weshalb viele Länder ein Verbot anstreben. Allerdings ist ein Großteil der Einwohner, aufgrund des geringen Preises, von Mitumba abhängig. Mit der Zeit sind Kitenge und Kanga noch teurer geworden, sodass sich der ärmere Teil der Bevölkerung diese erst recht nicht mehr leisten kann.

Damit die traditionellen Stoffe nicht verschwinden, arbeiten wir ausschließlich mit lokalen Produkten. Kitenge ist ein wichtiger Teil der tansanischen Kultur, den es sich lohnt zu beschützen. Dafür steht Matema ein.

Tino

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